Ruth Mala

Bildhauerin

Hintergrund meines bildnerischen Schaffens ist, den Moment des Überganges als einen gültigen Moment der Schöpfung zu skizzieren. Hierzu sammele ich morbides Material in der Natur, in meinem Alltag, in Ramschläden. Es sind verlorene, abgestorbene oder aufgegebene Dinge.

In meinen Händen wandeln sich die Fundstücke erneut zu Fundstücken, denn sie regen mich zu Formen, Geschichten, Deutungen, Gleichnissen, Zeichen und Rätseln an. Ich trete mit ihnen in gestaltende Zwiesprache, lausche ihnen, höre auf ihre Geschichte und belebe sie, so wie sie mich beleben.

In dieser Weise entstehen feste Skulpturen, wechselnde Arrangements und kurzlebige Artefakte. – Sich finden, um sich wieder verlieren zu können, wäre ein Motto dafür; frei für Begegnungen zu bleiben, ein anderes. Die Flüchtigkeit zu erforschen und hierdurch mein Dasein zu verstehen, dürfte indes der eigentliche Beweggrund sein, warum ich Funden Gestalt verleihe.